Annette Rohrhofer Hilfe und Beratung für Mobbing in Regensburg

Annette Rohrhofer
Dipl. Sozialpädagogin (FH)
Regensburg / Straubing / Passau
Fon: 0941-7020747
Fax: 0941-7020746

 

Zeitungsartikel über meine Praxis

Rundschau, 15.09.2004 / Thema der Woche

Mittelbayerische Zeitung, 01. Juni 2004

Mittelbayerische Zeitung, 31. Mai 2006

Donau Post 27. Januar 2007

Passauer Neue Presse, 29. März 2007


Rundschau, 15.09.2004 / Thema der Woche

Die Arbeit wurde zum Horror

Psychoterror am Arbeitsplatz machte junge Regensburgerin krank


Von Elisabeth Nowak
2670 Mobbingofper in der Domstadt sind eine schockierende Tatsache. Tendenz steigend. Eine der Betroffenen fand den Mut, den Täglichen Psychoterror an ihrem Arbeitsplatz zu schildern.

Regensburg. „ Ich habe in meinem Job über zwei Jahre von Kollegen immer wieder viel Bestätigung bekommen für meine Arbeit. Auch von meiner Freundin, die gleichzeitig Chefin war“, erzählt Sabine Miller (Name geändert). Anfangs lief es sehr gut in ihrer neuen Arbeitsstelle. Sabine Miller hatte ein sehr inniges Verhältnis zur Leiterin des Altenheims und war in wichtige Entscheidungsprozesse involviert, bis die Freundschaft kippte.
Als der Terror begann
„Im Altenheim wurden Coachseminare durchgeführt, die alle Mitarbeiter auf eine Richtung ein schwören sollten. Doch diese liefen nicht normal ab. Es wurde etwa nie über offensichtliche Mängel gesprochen. Ich spürte, dass etwas faul war und beschloss auszusteigen“, erinnert sich Sabine Miller. Dieser Schritt veränderte alles. Die Chefin gewährte ihr keinen Einblick mehr in wichtige Unterlagen, machte sie vor Kollegen nieder und ignorierte die beste Freundin komplett. Ungerechtfertigte Beleidigungen und Vorwürfe waren an der Tagesordnung. „Ich kam mir vor, als wäre ich nur noch da um zu funktionieren. Wie eine Maschine.“ Die junge Frau fiel in ein tiefes Loch, war überfordert, schlapp, konnte nicht mehr ruhig schlafen, geschweige denn über ihr Leid reden. Selbstzweifel und Unsicherheit wuchsen. Trotzdem hatte die Betroffene noch die Kraft, sich aus ihrer Not zu befreien, in dem sie die Kündigung einrichte. „Ich machte dem Horror ein Ende, denn mit meiner Chefin konnte ich nicht mehr arbeiten. Es ging einfach nicht mehr.“
Opfer sind nicht allein
Ihr Hausarzt erkannte schnell, dass die junge Frau nicht nur an Depressionen litt. Er schickte sie zur Praxis für Mobbing- und Konfliktberatung von Sozialpädagogin Annette Rohrhofer. Hier konnte Sabine Miller ihre Leidensgeschichte in Einzelberatung aufarbeiten und das eigene verletzte Ego wieder stärken. „Die Gespräche waren für mich sehr hilfreich, denn ich konnte meine Probleme loswerden und hatte eine kompetente Zuhörerin.“ Mobbing kommt öfter vor, als man gemeinhin glaubt. Das Schikanieren durch Arbeitskollegen kann jeden treffen. Mobbingfreie Zonen gibt es nicht. Wer sich also mit dem Thema Mobbing und Konflikte am Arbeitsplatz speziell für Frauen genauer beschäftigen möchte, sollte sich folgende Termine notieren. Donnerstag, 16. September, um 19 Uhr im Haus der Begegnung, hinter der Grieb und Montag, 20. September, um 20 Uhr referiert Annette Rohrhofer über den „Psychoterror oder böses Spiel am Arbeitsplatz“, wie Mobbing auch genannt wird.

Mittelbayerische Zeitung, 01. Juni 2004

Mobbing: Hilfe ist möglich

Betroffene sollen sich wehren / Sozialpädagogin rät


Regensburg. Der Begriff Mobbing kommt aus dem Englischen und bedeutet: Jemanden anpöbeln. Mobbing hat viele Gesichter. In Deutschland sind etwa 2,9 Prozent der Beschäftigten davon betroffen, wissen Statistiker.

Mobbing löst enormen Stress aus. Dieser negative Stress kann zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen führen. Dipl. Sozialpädagogin (FH) Annette Rohrhofer hat sich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Sie bietet heute in ihrer Praxis für Mobbing und Konflikteratung Hilfe an. „Es gibt in Deutschland sehr wenig Unterstützungsmöglichkeiten“, sagte die Expertin im MZ-Gepsräch. Selbsthilfegruppen böten Hilfe und Entlastung wörtlich: „Dort stellen Betroffene fest, dass sie mit ihrem Problem nicht alleine sind.“ In Regensburg biete KISS eine solche Selbsthilfegruppe an.
Sie vermittelt im Konfliktfall
„Vor allem ist es jedoch wichtig, im Vorfeld die stark belastende Situation zu einer individuellen Lösung zu bringen“, so die Sozialpädagogin weiter. Jeder Mobbing-Fall berge andere Lösungsmöglichkeiten in sich. „Je früher die Beratung in Anspruch genommen wird, desto größer ist die Chance, Konflikte zu lösen, den Arbeitsplatz zu erhalten und im Idealfall wieder ein gesundes Arbeitsklima zu schaffen“, berichtete Rohrhofer aus ihrer Erfahrung. Wichtig ist der Pädagogin, dass Betroffene sich wehren und nicht alles hinnehmen. „Gibt es zum Beispiel in einer Firma Entlassungen, erhöht sich der Konkurrenzdruck unter den Kollegen. Beim Kampf um den eigenen Arbeitsplatz ist Mobbing eine oft genutzte Methode.“ Bei der heutigen Situation auf dem Arbeitsmarkt sei davon auszugehen, dass diese Fälle weiter zunehmen.
Annette Rohrhofer hat ihre Diplomarbeit zu dieser Thematik geschrieben. Sie offeriert Seminare, um Mobbing im Betrieb gar nicht erst entstehen zu lassen. Weiter bietet sie Führungskräften, Betriebs- und Personalräten sowie Mitarbeitern „Training bei konkreten Mobbingfällen“ an, ferner Vermittlungsgespräche zwischen den Konfliktparteien. Die Praxis für Mobbing- und Konfliktberatung von Annette Rohrhofer ist telefonisch zu erreichen, hier die Nummer: (0941) 7020747

Mittelbayerische Zeitung, 31. Mai 2006

Wenn die Kündigung im Betrieb durch Mobbing ersetzt wird

In Regensburg rund 3000 Beschäftigte betroffen / Workshop für Lehrer


Regensburg (mbw). Um einen Arbeitsplatz frei zu bekommen, gibt es die Möglichkeit der Kündigung. Nicht selten wird auch die „elegantere Version“ des Mobbings gewählt.


Mobbing ist das systematische anwenden von Attacken gegen unterlegene Personen über einen längeren Zeitraum. Bullying ist Mobbing unter Schülern. Mobbing kommt aus dem Englischen und heißt anpöbeln, sticheln, fertig machen.
Ausgangspunkt sowohl bei Bullying als auch bei Mobbing sind unausgesprochene und schwelende Konflikte bzw. systematisches Mobbing mit dem Ziel, den Mitarbeiter möglichst kostengünstig aus dem Betrieb zu entfernen. Allein in Regensburg sind etwa 3000 Beschäftigte von Mobbing betroffen, die Dunkelziffer mit eingerechnet sind es doppelt zu viele. Diplom-Sozialpädagogin Annette Rohrhofer weiß: „Jeder kann sich vorstellen, welche psychischen und körperlichen Folgen die Mitarbeiter davontragen und welch hohe finanzielle Verluste dies auf der anderen Seite für die Firmen bedeutet.“ Die meisten Klienten, die die Beratung bei Annette Rohrhofer in ihrer Praxis für Konfliktberatung in Anspruch nehmen, hatten bereits Mobbingerfahrung in ihrer Schulzeit. Die Grund- und Hauptschulen in Regensburg machen bereits erste Schritte gegen Gewalt unter Schülern. Das Schulamt bietet zusammen mit Annette Rohrhofer ab Oktober einen Workshop für Lehrer zum Thema „Ist es Bullying oder sind es nur kleine Pöbeleien?“ an. Auch in den Firmen sei es wichtig das Thema Mobbing offen anzusprechen. Mobbing könne in jedem Unternehmen auftreten und jeder Vorgesetzte dürfe das Thema in der Öffentlichkeit ansprechen und sich von Experten Unterstützung holen. Das Entwickeln von Handlungsmöglichkeiten und der Aktivität der Betroffenen stehen bei der Beratung von Annette Rohrhofer im Mittelpunkt. Die Betroffenen bekommen wieder Zugang zu ihrem Selbstbewusstsein, um so aus der passiven Opferrolle herauszukommen. Mit Seminaren und Vorträgen steht sie Interessenten zur Verfügung, Telefon (0941) 7020747.

Der Kampf um den Arbeitsplatz

Der Erfolg vor Gericht ist meist gering / Hilfe gibt es bei den Beratungsstellen


Die bundesweite Statistik der Zentrale Mobbing Telefon zeigt für Regensburg folgende Zahlen: Es gibt 2,9 Prozent offizielle Mobbingopfer, tatsächlich Betroffene sind 6444. Dagegen die Zahlen für Deutschland: Hier gibt es 11 157 Suizide im Jahr wegen Mobbing. 40 Prozent der Mobbingopfer gibt es im Gesundheits- und Sozialbereich, 20 Prozent im Bereich Erziehung und Unterricht, 15 Prozent in wirtschaftlichen Betrieben bei steigender Tendenz durch die schlechte Arbeitsmarktlage und 15 Prozent in der Öffentlichen Verwaltung. Hier halten die Betroffenen die Schikanen länger aus, da sie ihren sicheren Arbeitsplatz nicht gefährden wollen. Die meisten Mobbingopfer sind im Alter zwischen 30 und 40 Jahren, davon sind zwei Drittel aller Betroffenen Frauen, lediglich ein Drittel Männer. Laut genannter Statistik werden 77,6 Prozent der Mobbingopfer vom Vorgesetzten gemobbt.
HINTERGRUND
Bei einer professionellen Beratung war festzustellen, dass etwa 60 Prozent der Betroffenen den Arbeitsplatz erhalten können. 30 Prozent der Betroffenen wenden sich zu spät an eine Beratung und haben ihren Arbeitsplatz bereits gekündigt. Hier hilft dann eine gezielte Vorbereitung auf eine neue Arbeitsstelle. Wenn sich Betroffene ohne eine professionelle Beratung selbst helfen wollen, erleiden erfahrungsgemäß 90 Prozent von ihnen psychosomatische Beschwerden und wechseln meist trotzdem den Arbeitsplatz. „Die wenigsten schaffen es, ihre Situation ohne professionelle Beratung zu verbessern, der Erfolg vor Gericht liegt bei 1,2 Prozent aller Betroffenen“, sagt Annette Rohrhofer.

Donau Post, 27. Januar 2007

Jeder kann betroffen sein

Mobbing am Arbeitsplatz: Psychoterror hat gesundheitliche und finanzielle Folgen 
 

Amalie Richter (Name geändert) erschien es als ein Glücksfall, dass ihr eine Freundin einen Arbeitsplatz als Krankenschwester in einem Nürnberger Krankenhaus vermittelte. Die Freundin war ihre Vorgesetzte auf er Station. Freundschaft und Berufsalltag verliefen zunächst harmonisch. Amelie Richter war engagiert und kompetent. Der Betriebsleiter sprach darüber, ihr eine Stelle als Stationsleiterin anzubieten. Und damit begannen für sie die Schwierigkeiten. Ihre Freundin empfand sie als Konkurrenz und begann, sie zu schikanieren. Sie erteilte sinnlose Aufgaben, ließ sie nur noch Hilfsarbeiten ausführen und Sachverhalte dokumentieren, die dann in den Papierkorb wanderten.
Die Kollegen hielten sich raus. Sie waren von der Freundin beeinflusst. Amelie Richter fühlte sich schuldig. Sie dachte, sie habe ihren beruflichen Aufstieg zu deutlich signalisiert. Mit der zeit war sie völlig isoliert. Die private Freundschaft bestand längst nicht mehr. Sie war mental geschwächt und machte schließlich auch fachliche Fehlter. Sie spürte, dass es so nicht weitergehen konnte und suchte Hilfe.
Unterstützung fand sie bei Annette Rohrhofer, die in Regensburg in ihrer Praxis für Mobbing- und Konfliktberatung anbietet. Für die Sozialpädagogin wurde nach einem ersten Gespräch deutlich, dass ihre Klientin nicht an ihrem Arbeitsplatz bleiben wollte. Sie war psychisch sehr labil. Die Therapeutin versuchte zunächst, sie zu stabilisieren, und unterstützte sie dann, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Das war für die 30-jährige nicht schwer. Sie fand eine Stelle in München. Ganz wichtig war für sie, sich mit den Geschehnissen noch einmal auseinanderzusetzen. Was war passiert und warum war es so gelaufen. Abschließend verabschiedete sie sich in einer Art Ritual von ihrem Arbeitsplatz. Sie sprach mit ihrer Freundin und schilderte ihre Leiden. Es sei ganz wichtig, hinter die Konflikte am alten Arbeitsplatz einen Punkt zu setzen, sagt Annette Rohrhofer, um Energie für den neuen Arbeitsplatz zu haben.

Frühzeitig Hilfe von außen holen

Mit der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt, einem verstärkten Konkurrenzdenken und der Angst um die eigene Stelle haben auch die „üblen Spiele“ am Arbeitsplatz zugenommen,erklärt Rohrhofer. Der Begriff Mobbing habe sich Anfang er 80er Jahre etabliert. „To mob“ bedeutet anpöbeln, sticheln, fertig machen. Vorher seien diese Verhaltensweisen nur im Tierreich beschrieben worden. Mobbing könne jeden betreffen. Auf jeder Ausbildungsstufe, auf jeder Ebene. In Regensburg seien rund 3000 Beschäftigte von Mobbing betroffen, rechne man die Dunkelziffer mit ein, so seien es doppelt so viele.
Männer und Frauen sind gleichmäßig betroffen, Frauen suchen jedoch sehr viel häufiger Hilfe bei einer Beratungsstelle als Männer. Diese geben ungern zu, in die Opferrolle geraten zu sein. Frauen fällt es leichter, über Probleme zu reden. Firmen seien häufig zurückhaltend, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen, weil sie meinen, etwas falsch gemacht zu haben. Betriebsleiter fürchten, das Image zu schädigen. Konflikte unter Mitarbeitern würden jedoch ganz unabhängig von den Führungsqualitäten des Chefs auftreten. Je eher ein Vermittler eingesetzt werde, desto leichter lasse sich ein Problem lösen.

Annette Rohrhofer registriert eine zunehmende Zahl von Hilfebedürftigen.

Der Ausgang von Mobbing ist meist ein ungelöster sachlicher Konflikt, aus dem später ein persönlicher Konflikt wird. Das Opfer wird über einen längeren Zeitraum gedemütigt und unterdrückt, mit dem Ziel, es aus dem Betrieb auszustoßen. Der Gemobbte fühlt sich unterlegen und isoliert. Die Beweggründe der „Täter“ sind unterschiedlich. Unter gleichgestellten Kollegen ist es oft ein Konkurrenzdenken, das einen veranlasst, dem anderen Fehler unterzuschieben oder auf andere Weise schlecht dastehen zu lassen. Ältere Vorgesetzte fürchten die Konkurrenz eines tüchtigen jüngeren Mitarbeiters, gegen den sie sich klein fühlen. Durch Erniedrigungen wollen sie wieder die Oberhand gewinnen. Ein Vorgesetzter möchte eventuell einen teuren, anstrengenden oder zu kreativen Angestellten loswerden. In seltenen Fällen sei es den „Tätern“ nicht bewusst welchen Schaden sie anrichten.
Für die Opfer entstehe mit der Zeit ein immer größerer Leistungsdruck. Sie fühlen sich schuldig an der Situation. Ihre Gedanken kreisen Tag und Nacht nur noch um den Arbeitsplatz. Sie haben Schlafstörungen, was auch zu körperlichen Leiden und Depressionen führt. Die Leistungsfähigkeit im Betrieb lässt nach. Für den Arbeitgeber bedeutet das finanzielle Verluste.
Natürlich wirkt das Problem auch in das Privatleben hinein. Überforderte Angehörige würden abwiegeln. Der Betroffene empfinde das als mangelnde Unterstützung, was sein Leiden noch verstärke. Deshalb bietet Rohrhofer auch Therapien für Angehörige oder Paare an, um zu verhindern, dass die Beziehung leidet oder gar zerbricht.

Beweislage äußerst schwierig

In ihrer Beratung geht Annette Rohrhofer lösungsorientiert vor. In einem ersten Gespräch klärt sie die Situation des Patienten. Seine psychische Stabilität. Ob er sich bereits entschieden hat, den Arbeitsplatz zu verlassen, oder rechtliche Mittel zu ergreifen. Sie warnt davor, den Begriff „Mobbing“ gegenüber dem Arbeitgeber und eventuell vor Gericht zu verwenden, weil dem Opfer Übertreibung unterstellt werde und es damit an Glaubwürdigkeit verliere.
Hat sich der Patient entschieden, den Arbeitsplatz zu verlassen, weil die Situation unerträglich ist, ist es wichtig, sein Selbstbewusstsein wieder aufzubauen, weil er sonst am neuen Arbeitsplatz eventuell das gleiche Schicksal erleidet. Ältere Arbeitnehmer sind oft eher bereit, Angriffe auszuhalten, weil sie kaum einen neuen Arbeitsplatz finden. Zusammen mit dem Opfer erarbeitet die Therapeutin dann eine Strategie für die Zukunft mit einem klar definierten Ziel. Gibt ihm Zeit, erstellt pro und contra Listen oder klärt, unter welchen Bedingungen der Patient am Arbeitsplatz bleiben könnte. Auch in enger Kooperation mit Fachärzten und Juristen.
Viele Betroffene hätten erhebliche Rachegefühle, die sie vor Gericht befriedigen möchten. Es gäbe jedoch Fälle, in denen ein Prozess vor Gericht nicht ratsam sei, weil es eine große psychische Stabilität erfordere, einen länger währenden Prozess durchzuhalten.
Außerdem sei die Beweislage meist dürftig. Kollegen stehen als Zeugen nicht zur Verfügung, weil sie Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes haben. Zudem kann ein Prozess den Druck am Arbeitsplatz noch verschärfen.

Opfer ein Leben lang

Es gibt zwei Persönlichkeitsmerkmale, die bei ihren Patienten immer wieder auftreten, erklärt Rohrhofer. Das seien einerseits die harmoniebedürftigen Menschen, die sich keinem Konflikt stellen, viel auf sich nehmen und keine Grenzen setzen. Auf der anderen Seite sind es die sehr engagierten Mitarbeiter, fachlich kompetent, mit innovativen Ideen, die den Betrieb vorwärts bringen wollen. Beide werden leichter zu Zielscheibe ihrer Kollegen.
Ob die Situation am Arbeitsplatz unerträglich wird, hängt auch davon ab, wie empfindlich der Betroffene reagiert und ob er ein soziales Netz hat, dass ihn auffängt.
Die Nachfrage nach einer Beratung steigt ständig, sagt Rohrhofer. Sie hat das Thema Mobbing in ihrer Diplomarbeit bearbeitet und festgestellt, dass es kaum Beratungsangebot gibt. Deshalb eröffnete sie 2003 ihre Praxis in Regensburg. Inzwischen hat sie ihre Tätigkeit auf Straubing und Passau erweitert.

Mehr als ein Kavaliersdelikt

Mobbing hat sich zu einem Modebegriff entwickelt, sagt die Sozialpädagogin Annette Rohrhofer, die eine Praxis für Mobbing- und Konfliktberatung in Regensburg betreibt. Mobbing sei jedoch kein Kavaliersdelikt, sondern ein systematisches Gewaltphänomen, um Mitarbeiter oder Kollegen dazu zu bewegen, den Betrieb zu verlassen.
Mobbing sind systematische Attacken gegen unterlegene Personen über einen längeren Zeitraum hinweg. Es ist ein Prozess, dem sehr häufig ein Konflikt vorausgeht, der lange ignoriert, geduldet oder sogar gefördert wurde. Im Rahmen eines fehlenden oder schlechten Konfliktmanagements entsteht ein fließender Übergang zum Mobbing-Prozess, der in aller Regel aus Formen psychischer Gewaltanwendung besteht. Es werden keine Grenzen überschritten, sagt Rohrhofer. Die Attacken sind für das Opfer schwer fassbar.

Psychische Erkrankungen

Mobbing und Psychoterror addieren sich häufig mit Über- oder Fehlgriffen der Personalverwaltung. Rechts- und Machtübergriffe führen zum Ausschluss aus der Arbeitswelt.
Bei den Betroffenen führen die Schikanen zu lang anhaltendem und ständig zunehmendem Stress mit psychosomatischen, psychischen und gegebenenfalls körperlichen Erkrankungen. Im fortgeschrittenen Stadium treten posttraumatische Belastungsstörungen mit der Gefahr eines Übergangs in generelle Angststörungen auf. Diese können zu nicht mehr umkehrbaren Persönlichkeitsveränderungen führen. Letztlich droht der Verlust des Arbeitsplatzes und die Chancen, eine neue Stelle zu finden, sinken.
Erschwert wird die Situation für das Opfer, wenn private Beziehungen unter der Situation leiden und zerbrechen. Für den Arbeitgeber ergibt sich eine Verschlechterung des Betriebsklimas. Motivation und Leistungsbereitschaft sind deutlich reduziert. Kreativität und Initiative sind nicht mehr möglich. Durch Fehlzeiten und steigende Fluktuation steigen die Kosten.

Jeder neunte betroffen

Jeder neunte, schätzt Rohrhofer wir einmal in seinem Leben von Mobbing betroffen sein. Sie hat festgestellt, dass ihre Patienten im Alter zwischen 30 und 40 Jahren sind. Zwei Drittel sind Frauen, ein Drittel sind Männer. Knapp 78 Prozent werden von ihren Vorgesetzten gemobbt.
Bei professioneller Beratung können 60 Prozent ihren Arbeitsplatz erhalten. 30 Prozent der Betroffenen haben ihren Arbeitsplatz bereits gekündigt oder sind gekündigt worden. Sie werden auf ihren neuen Arbeitsplatz vorbereitet und bei der Stellensuche unterstützt. Bei zehn Prozent ist eine stationäre Weiterbehandlung erforderlich, der Wechsel in eine ambulante Therapie ist notwendig.
Ohne professionelle Unterstützung müssen 90 Prozent der Opfer ihren Arbeitsplatz wechseln und haben psychosomatische Beschwerden. Bei den meisten wiederholt sich die Mobbingsituation am neuen Arbeitsplatz, viele werden berufsunfähig.
Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz wird oft als Mobbingstrategie eingesetzt. Der Hintergrund ist die Machtausübung. Knapp zwei Drittel der Täter sind verheiratet, meist 20 Jahre älter als das Opfer, häufig Vorgesetzte und meist Mehrfachtäter.

Passauer Neue Presse, 29. März 2007

Fast ein Jahr lang hat sich Klaus Füller (Name von der Redaktion geändert) von seiner Chefin schikanieren lassen. Seit sie neue Pflegedienstleiterin in der Klinik wurde, ist die Arbeit für den 52-jährigen Stationsleiter zur Hölle geworden. Sie enthielt ihm Informationen vor, gab Anweisungen
direkt an das Pflegepersonal, statt ihn als Stationsleiter wie üblich als Mittler zu integrieren. Die letzten Monate konnte er kaum mehr schlafen.


Mobbing-Opfer holte sich Hilfe bei Beraterin 

Als er dem Druck nicht mehr standhielt, holte er sich Hilfe bei der Mobbing- und Konfliktberaterin Annette Rohrhofer. Erst die gebürtige Passauerin konnte ihm klar machen, dass er den Psychoterror
besonders lange ausgehalten hatte. Fast alle anderen Stationsleiter seien schon entlassen worden. Und dass er nicht zu schlecht für die Arbeit sei, wie er es lange gedacht hatte, sondern dass die neue Chefin nur mehr auf den wirtschaftlichen Charakter des Klinikbetriebs bedacht sei als auf den menschlichen. 
So wie Füller geht es vielen Menschen, die Opfer von Mobbingattacken werden. Statistiken der Aktion „Mobbing-Telefonzentrale“ belegen, dass 2,9 Prozent der Beschäftigten in Niederbayern Mobbingopfer sind. „Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich doppelt so groß“, gibt Rohrhofer zu bedenken. Der Anteil an Männern und Frauen halte sich die
Waage. Am häufigsten komme Mobbing in Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern vor, am zweithäufigsten in Erziehungseinrichtungen.
„Es ist ganz wichtig, dass die Betroffenen begreifen, dass es nicht an ihnen liegt. Dazu schaue ich mit ihnen das Umfeld an und den Betrieb, in dem sie arbeiten“, erklärt Rohrhofer. Die Diplom Sozialpädagogin hat sich auf Mobbing- und Konfliktberatung spezialisiert. Ihre Klienten empfängt sie je nach Bedarf in ihren Praxen in Passau, Regensburg und Straubing. Wer anonym bleiben will, den berät sie per Email und telefonisch. Außerdem bietet sie Mediation in Betrieben an, schlichtet dort also Konflikte, und hält Vorträge zum Thema in Schulen.

Was ist eigentlich Mobbing?

Die Alarmglocken läuten müssten bei denen, denen im Arbeitsalltag wichtige Informationen vorenthalten werden, so dass sie ihre Arbeit nicht mehr ordentlich machen können, erläutert Rohrhofer.
An Mobbing sei auch dann zu denken, wenn die Kollegen einen plötzlich ausgrenzten oder hinter einem tuschelten. Unter Mobbing verstehe man alle gezielten, über eine längere Zeit andauernden Attacken eines Gegners, um einen anderen auszugrenzen. Im Unterschied zu Konflikten, die normal
und in der Regel sachbezogen seien, sei Mobbing immer personenbezogen.
Wer glaubt, gemobbt zu werden, sollte das idealerweise sofort
mit dem Gegner besprechen.
Wenn man es nicht könne, solle man sich professionelle Hilfe holen, empfiehlt die Sozialpädagogin. Denn für das Opfer kann Mobbing körperliche und seelische Folgen haben. Schlafstörungen, Rückenschmerzen und schlimmstenfalls Depressionen seien die häufigsten Symptome.
Auch die Betriebe nähmen Schaden, weil ihre Mitarbeiter häufiger wegen Krankheit fehlten.


Zusammenarbeit mit Ärzten und Anwälten 

Ziel einer Beratung ist es, die Patienten wieder in den Arbeitsalltag einzugliedern und ihnen
Gesprächsstrategien an die Hand zu geben, mit denen sie Mobbing- Attacken begegnen können. Für
eine umfassende Hilfestellung arbeitet Rohrhofer mit Neurologen, Hausärzten und Anwälten zusammen.
Damit man als Opfer für den Fall einer juristischen Auseinandersetzung Beweise in der Hand
hat, rät die Sozialpädagogin, Gesprächsnotizen zu machen und Kollegen, vielleicht schon ausgeschiedene, als mögliche Zeugen zu gewinnen. Am besten sei es aber, vorzubeugen, dass es gar
nicht so weit komme.
Annette Rohrhofer ist unter 0941/702 07 47 zu erreichen oder per Email an rohrhofer@mobbingberatung-regensburg.de.
In Passau empfängt sie nach Terminabsprache Klienten in der Praxis in der Neuburger Straße 61.